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Die Schwerkraft wird gewinnen

homo.net Info vom 5. März 2026
von Webmaster Jan

 

Am 18. November 2024 fragte die Berliner Zeitung Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik (60): „Ist Berlin eine sichere Stadt?“ Ihre Antwort: Es gäbe keine No-go-Areas, aber Bereiche, in denen sie Menschen, die Kippa tragen oder offen schwul oder lesbisch sind, zu mehr Aufmerksamkeit raten würde.

Welche Bereiche das genau seien, blieb im Dunkeln. Aber der Görlitzer Park gehört sicher dazu. Denn über den geplanten und umstrittenen „Görli-Zaun“ weissagte die Polizeipräsidentin damals: „Ich glaube, dass das ‚kriminelle Gesamtkonzept‘ im Park mit einer nächtlichen Schließung nicht mehr funktioniert.“

Mehr als zwei Jahre später wurde nun die nächtliche Schließung des Görlitzer Parks in die Tat umgesetzt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (53, CDU), ließ es sich durchaus nehmen, die millionenschweren Tore zum Park persönlich zu verschließen. Er war nur als überdimensionaler Gartenzwerg vor Ort. Das kurze Feuerwerk diente nicht der Freude, sondern alarmierte die Wutbürger zu einer nächtlichen Protestversammlung in ihrem bald verrammelten Park.

Einige wenige besonders eifrige Polizisten („Haben Sie gedient?“) bedrohten Wutbürger mit bis zu 5.000 Euro Ordnungsstrafe für deren friedlichen Protest und ließen erst nach telefonischer Befragung ihrer Vor-, Vor-, Vorgesetzten von ihrem Plan ab, widerspenstige Wutbürger handgreiflich aus dem Park zu schmeißen.

Die meisten der weit über hundert eingesetzten Polizisten standen eher auf der Seite der Bürger. Sie vermuteten, dass die Möchtegern-Rausschmeißer bei der vorbereitenden Dienstbesprechung geschlafen hätten.

Das „kriminelle Gesamtkonzept“ vor Ort hat allerdings schon vor der nächtlichen Schließung weiterhin bestens funktioniert. Seit Monaten versammeln sich etliche der ca. 200 bekannten Drogendealer nicht mehr im Park, sondern zehn Meter davor in einem ehemals bewachsenen Gebüsch, das durch den regen Drogenverkauf vollständig plattgetrampelt wurde.

Juden und Schwulen muss die Polizeipräsidentin also auch weiterhin raten, aufmerksamer zu sein. Wobei Juden zumindest nicht per Graffiti beleidigt werden. Denn von den Hunderttausenden Graffiti, die den Park und den Kiez ringsum verunstalten, werden nur antisemitische und nationalsozialistische Schmierereien zeitnah entfernt.

Homophobe Sprüche hingegen dürfen bleiben, auch wenn das gegen die Berliner Bauverordnung verstößt. So steht neben den meterhohen Buchstaben „ACAB“ (All Cops Are Bastards) gleich noch die zusätzliche Beleidigung „Yes homo“.

Für Schwule gilt weiterhin die lebensrettende Devise: „Kein Risiko!“ Im Kiez gibt es nach wie vor weder Regenbogenfahnen vor den schwulen Läden noch händchenhaltende Männer. Wenn auf einer Parkbank geknutscht wird, dann sind das mit Sicherheit Heteros. Nackt Sonnenbaden wird bei warmem Wetter in vielen Berliner Parks geduldet, aber im Görli ist das sicherlich nicht gesund. Das nackte Überleben ist wichtiger als nackt zu sonnenbaden und zu cruisen.

Das wird sich erst ändern, wenn soziale Brennpunkte nicht mit sinnlosen Zäunen, sondern durch menschenwürdige Sozialarbeit und produktive Maßnahmen gelöst werden.

Die überwältigende Mehrheit der Migranten ist nicht kriminell. Aber Arbeitsverbote, unsichere Aufenthaltsstatus und teils niedrige Anerkennungsquoten erschweren den Zugang zu legalen Jobs.

Unsicherheit und Perspektivmangel erhöhen das Risiko, in die Kriminalität abzurutschen. Nur etwa 200 ziemlich dunkelhäutige Westafrikaner dealen in und um den Park. Doch was sollen sie sonst machen, um nicht zu verhungern? Die kostenlose Suppenküche ist nur mittwochs zum Mittagessen geöffnet. Und von heißem Kaffee und frischer Luft alleine kann man nicht überleben.

Beruhigend sind die jeweils zwei Schrauben, mit denen die tonnenschweren Tore in den Angeln gehalten werden sollen. „Die Schwerkraft wird siegen“, sagen Bürger, Polizisten, Metallarbeiter und der gesunde Menschenverstand übereinstimmend voraus. Nur die regierenden Politiker sind anderer Meinung. Aber der Görli wird auf Dauer offenbleiben, wenn nicht durch erfolgreiche Klagen der Bürger gegen den Zaun, dann durch die Schwerkraft. Die gibt nicht nach, ob es den Regierenden passt oder nicht.

Bis dahin heißt das für Schwule, die im Kiez wohnen, arbeiten, feiern:

Aufmerksam sein und nicht auffallen!
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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